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02 August 2022

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Junioreneuropameisterschaft 2022

Junioren Europameisterschaft 2022
Da die JEM 2020 zunächst Corona bedingt um 1 Jahr verschoben wurde und dann 2021 endgültig abgesagt wurde, fand dieses Jahr die erste Junioren Europameisterschaft seit 4 Jahren statt. Freundlicherweise hat die Ungarische Piraten Klasse die Austragung spontan übernommen und die JEM gemeinsam mit ihrer ungarischen Meisterschaft vom 21. bis 25. Juli in Csopak auf dem Balaton ausgetragen. Für einige war es nach 2016 der zweite Ausflug nach Ungarn, wir hatten daher eine grobe Ahnung was uns dort erwartet. Der Sommer zeigte sich mit Temperaturen bis 37 Grad, von seiner besten Seite.
Doch bereits vor der Abfahrt hatten wir das erste Dilemma (es sollten noch weitere folgen) Marias Vorschoter ist mit Corona ausgefallen. Schnell wurden die Crews getauscht und so fanden sich Frieder und Maria zusammen. Also statt die Reise zu beginnen, wurden noch schnell Boote im Doppelstock getauscht. Selbstverständlich lag das zu tauschende Boot oben.
Nach 15 Stunden Fahrt und 1.150 km begrüßte uns der Balaton bereits um 11 Uhr mit über 30 Grad. Also schnell Boote abladen, Ferienwohnung beziehen, den Einkauf erledigen und ab ins Wasser. Doch da erreichte uns das zweite kleine Dilemma, der Reifen war platt. Wir hatten uns einen Nagel eingefangen. Dem Tempo des Werkstattmitarbeiters nach zu urteilen, passiert das in Ungarn scheinbar öfter. Der Reifen war schnell repariert und wir konnten den Rest des Tages am und im Wasser verbringen.
Der nächste Tag wurde dem Boot gewidmet, um es fertig zu machen für die Meisterschaft. Das Boot wurde vermessen, aufgeriggt, poliert und der Trimm kontrolliert und auf die zu erwartenden Winde angepasst. Doch abends erreichte uns das nächste Dilemma, der Flug von Henny wurde gestrichen. Die nächste Möglichkeit nach Ungarn zu kommen und rechtzeitig zum ersten Start an der Linie zu sein, war ein Flug am nächsten morgen nach Wien. Nicht optimal aber der erste Start wäre gerettet gewesen. Doch als ich in Wien ankam, um Henny abzuholen, war der Flieger immer noch in Köln. Glücklicherweise war kein Wind vorhergesagt, trotzdem wurde das Warten auf den Vorschoter sehr unentspannt, inzwischen wären wir nicht mehr zum ersten Start an der Linie gewesen. Doch die Vorhersage behielt recht und es kam den ganzen Tag kein Wind, unsere Meisterschaft war gerettet. Nach dem der erste Start auf den folgenden Tag verschoben wurde, konnten wir erleichtert den Abend genießen und früh ins Bett gehen, um fit in den nächsten Tag zu starten.
Der Balaton begrüßte uns erneut mit Flaute, es sollte aber Wind kommen. Nach einer kurzen Startverschiebung an Land ging es aufs Wasser für die erste Wettfahrt. Der Wind hielt aber nicht lange durch, sodass die Wettfahrt mit Bahnverkürzung vorzeitig beendet wurde. Trotzdem scheiterten etwa die Hälfte der Schiffe an dem Zeitlimit von 15 min. und hatten ein DNF in der Wertung, der denkbar ungünstigste Start für eine Meister-schaft. Alle 30 Teilnehmer der Junioren Meisterschaft starteten in einem Feld mit den Teilnehmern der Ungarischen Meisterschaft, sodass etwa 70 Boote an der Linie waren.

Am Samstag war mehr Wind angesagt und es konnten 3 Wettfahrten bei leichtem Wind durchgezogen werden. Zwischenzeitlich schlief der Wind ein und wir warteten bei 37 Grad auf dem Wasser, dass er zurückkam. Freundlicherweise hat der Veranstalter auf dem Wasser Trinkflaschen verteilt, der Wasserverbrauch bei den Temperaturen ist enorm. Mit dem Start der 4. Wettfahrt zog das für den Abend angekündigte Gewitter auf, rings um den See fingen die Sturmwarnlampen an zu Blinken, doch der Start wurde durchgezogen. Gemeinsam mit Frieder und Maria gingen wir in den Top 5 um die erste Luvtonne und zogen den Spi. Der Wind nahm von den 15 Knoten stetig zu auf bis zu 35 Knoten und drehte immer weiter, wir hatten kurz unseren Spaß und flogen auf die Leetonne zu, bis der Lauf dann abgebrochen wurde und es zurück in den Hafen ging. Die Böen dünnten das Feld gut aus und einige Schiffe im Feld kippten um, es gab glücklicherweise keine großen Schäden.

Für den 3. Segeltag war Wind zwischen 5 und 18 Knoten vorhergesagt aus nördlicher Richtung, der Wind kam ablandig über die Berge und war dementsprechend drehend. Es waren schwierige Bedingungen, was gegen unsere Nervosität nicht wirklich half. Die ersten beiden Läufe konnte wir mit einem 1. und einem 2. Platz beenden, der zweite in der Gesamtwertung erreichte allerdings die gleichen Ergebnisse, sodass wir unseren Vorsprung nicht ausbauen konnten. Es blieb bei 4 Punkten vor dem 3. Lauf. Der erste Start wurde mit einem Massenfrühstart unter Black Flag zu-rückgerufen, wir waren glücklicherweise nicht über die Linie gefahren. Der zweite Start ging durch, doch es kam zu einem erheblichen Winddreher, der einen Abbruch des Laufes herbeiführte. Sehr gut für uns, wir waren nicht dort, wo wir sein wollten. Doch auch im dritten Versuch des Laufes fielen wir einem Winddreher und unserer eigenen Nervosität zum Opfer. Zwischenzeitlich fanden wir uns in der hinteren Hälfte wieder, wir retteten uns noch auf den 6. Platz in der Junioren Wertung, doch unser Vorsprung war auf einen Punkt geschrumpft. Der letzte Lauf musste also sitzen. Wie es nicht anders kommen sollte, geling uns auch dieser Start nicht, doch wir konnten uns zügig auf die rechte Seite frei segeln und hatten dort einen guten Wind, der uns in die Top 3 der Junioren Wertung zur ersten Tonne brachte. Wir erreichten noch einen Laufsieg in der Junioren Wertung, der uns den Titel des Junioren-Europameisters 2022 sicherte.

Es war für uns alle eine großartige Woche in Ungarn in der wir viele neue Erfahrungen sammeln konnten. Das die Junioren-Euro gemeinsam in einem Feld mit der offenen Ungarischen Meisterschaft ausgesegelt wurde, war jedoch für alle gewöhnungsbedürftig. Man versuchte sich immer wieder aus Situationen mit Booten herauszuhalten, mit denen man nichts zu tun hatten. Die Teilnehmer der offenen Ungarischen Meisterschaft sind alle sehr rücksichtsvoll

gesegelt und haben versucht den Einfluss auf die Junioren-Europameisterschaft so gering wie möglich zu halten. Wenn man weiter hinten war, wurde es zudem unübersichtlich welchen Platz in der Junioren-Wertung man gerade belegt. Der Start einer Wettfahrt hatte bei dem großen Feld eine größere Auswirkung als bei einer reinen Junioren-Regatta.
Die Boote mit Brunsbütteler Seglern belegten am Ende in der offenen ungarischen Meisterschaft den 5. Platz mit Frieder (SVWS) und Maria und den 3.Platz Fynn und Henny (ABC) bei 70 Teilnehmern. Bei der Junioren-Euro konnte Maria leider nicht gewertet werden, da ihr Vorschoter kurzfristig gesundheitsbedingt ausgefallen ist. Fynn und Henny (ABC) konnten die Junioren Europameisterschaft 2022 gewinnen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Jörg Grimsmann bedanken, der uns für die Veranstaltung einen neuen Segelsatz gesponsert hat.

 

 

Beil 4439
Fynn & Henny

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