SVB-Segler auf eigenem Kiel zur Hanseboot

Der Terminkalender " segeln 2002" gab den Zeitpunkt zur letzten Tour des Jahres unweigerlich vor: Am 26.10. war die Eröffnung der Hanseboot in Hamburg , zu der sich vier SVB-Segler am Freitag im Yachthafen Wedel als Treffpunkt verabredet haben. Trotz schlechter Wettervorhersage siegte der Herdentrieb wieder einmal.("wenn einer fährt, fahr ich natürlich auch"). BURASKA (Wolfgang Wiese) segelte vom Hamburg-Cityhafen, VENDE HJEM (Rainer Gosch), STRUNTJE (Jürgen Ehlert) und SUNSHINE (Klaus Arndt) von Brunsbüttel nach Wedel. Schauerböen bis 6 Bft aus SSO und angenehme 10°C ließen kein Zweifel aufkommen: Es ist Herbst!

Sportliches Kreuzen ab Rhinplate Nord bis Einfahrt Wedel war zum Teil gewollt, bei struntje nach Motorausfall erzwungen. Ab Stade wurde es dunkel, ein spitzer Winkel führte uns ins Fahrwasser hinein und forderte uns ein aufmerksames segeln ab. Entgegen kommende Fahrzeuge waren nicht das Problem; die von achtern auflaufenden Kümos waren im hellen Schein der Industriebeleuchtung nur schwer auszumachen und deshalb wurde man auch schon einmal rechts überholt.

In Wedel hatte Maike heiße Schokolade aufgesetzt, so das die Lebensgeister schnell wieder geweckt wurden. Jürgen und Walli mußten im Dauerregen noch unter Segeln anlegen und lagen irgendwo im großem Yachthafen. Am Samstag wurden für alle frische Brötchen aus Brunsbüttel geliefert (Antje hatte freiwillig die Versorgung per Auto übernommen, ganz schön clever!). Der anschließende Fahrdienst zur U-Bahn Wedel klappte wie immer reibungslos. Einen langen Tag auf der Hanseboot ließen wir am Abend im Steakhouse bei Speis und Trank gemütlich ausklingen.

Der Wetterbericht für den Sonntag war leicht unschön. Von Süd auf SW drehende Winde um 6 Bft, später rechtdrehend 10Bft mit Orkanböen. Na dann.

Die frühe Tiede kam uns sehr entgegen, und so starteten wir im Kängeruh-Start um 7.30 Uhr in Wedel. STRUNTJE wurde aus den Hafen geschleppt und mit kleinen Segeln und achterlichen Winden ging es in Rauschefahrt nach Hause. Auf der Südreede, bei jetzt doch schon stark zunehmenden Wind, übernahm SUNSHINE wieder die Schlepperfunktion. Hohlebbe und mit 3 kn auslaufende Strömung aus dem Alten Hafen machte das Einlaufen zum Erlebnis. Der Geschleppte wurde, weil er die Rinne traf, zum Schlepper und brachte alles durcheinander. Trotzdem kamen wir noch 30 m in den Priel hinein. Der Langkieler lag dann mit Schräglage quer im Strom und sunshine mußte als vorderes Fahrzeug ankern. VENDE HJEM mußte draußen noch eine Ehrenrunde drehen, bis der jetzt schnell einlaufende Strom die Fahrzeuge in den sicheren Hafen einfahren ließ. Über die tiefer gehende BURASCA pfiffen die ersten Böen mit 50 kn hinweg. Das Anlegen wurde dementsprechend unangenehm. Die Hanseboot-Flaggen wurden eingeholt und alle waren sich einig: Eine schöne Tour! Nächstes Jahr wieder Treffpunkt Wedel zur Hanseboot 2003.

Klaus Arndt.