Grünkohlwanderung des SVB am 4.2.2006
Schon von weitem sehen wir die Segelkameraden auf das Klubheim zuströmen. Angekommen erhalten wir zunächst ein kleines Henkelglas am Band. Wir wundern uns allerdings zunächst über die unterschiedlichen Farben.
Ab 13.00 Uhr füllt sich das Clubheim zunehmend; Alle sind fröhlich, warm eingepackt und wanderbereit. Entgegen der nicht gerade Mut versprechenden Wettervorhersage ( Schneeschauer, teils mit Regen vermischt ) ist es trocken, aber mit 2° C recht kalt. Es weht ein unangenehmer Wind, der die meisten von uns in den mollig warmen Clubraum drängt.
Dann kommt Bewegung auf und es geht – der große Vereinsstander vorneweg – als langer Lindwurm ( etwa 90 Personen! ) in Richtung Marktplatz und dann weiter zum Luv. Hier kommt zum ersten Mal das Signalhorn vom amtierenden Grünkohlkönig Werner Haack zum Einsatz: Zweimal Tuten heißt anhalten. Zur Einstimmung und zum Aufwärmen wird aus den mitgeführten Bollerwagen Schnaps ausgeschenkt. Verschiedentlich kann man Vermutungen über unser heutiges Ziel vernehmen: "Geht es vielleicht nach Kuden in die Schatulle?" "Was gibt es denn in nördlicher Richtung für ein geeignetes Lokal oder machen wir noch einen Bogen und es geht nach Neufeld?" Nachdem alle ausreichend mit klarer oder roter Flüssigkeit versorgt sind, ertönt diesmal nur ein Signalton und das bedeutet: es geht weiter, die Braake entlang bis auf die Höhe des Reiterhofes.
Wir haben uns schon über das sonderbare lange Brett mit den Haken gewundert, das reihum geschultert mitgeführt wird. Jetzt erhalten wir die Lösung des Rätsels: Alle "weißen Bänder" werden zum Bretttrinken aufgefordert. Doch zunächst gilt es, von Jürgen Drews gestellte Fragen - allgemein maritime ("Wie viele Fähren fahren über den NOK?") oder SVB betreffende ("Wie viele neue Ausleger hat der Verein inzwischen montiert?") - zu beantworten. Mit Hilfe und Vorsagen gelingt das dann auch….
Auf der Westerbütteler Straße angekommen biegen wir in den Bauernweg ein. An der Hausnummer 35 ertönt wieder das Signalhorn. Bellis Sohn Michael hat für alle einen schönen heißen Kaffee bereit. Wieder gibt es Fragen – diesmal an die jugendlichen Wanderer – und Limonade vom Brett. Bevor wir zu weit auskühlen, übergibt Werner der Hausfrau noch schnell einen Blumenstrauß als Dankeschön und wir brechen wieder auf. Auch bei den nächsten Stationen hat Werner zum Dank einen schönen Strauß Blumen parat.
Inzwischen ist sogar die Sonne zwischen den Wolken hervorgekommen, was die sowieso schon blendende Stimmung noch unterstützt.
Der Weg führt uns weiter über den Bauernweg. Am Knick bei der Nr. 51 ist bei Familie Wohlenberg die nächste Pause. Hier werden wir mit Würstchen verwöhnt. Auch können wir ein 2 Tage altes Kälbchen bestaunen, das im Gitter vor dem Stall Rufkontakt zur Mutter im Stall hält. Da diese Pause etwas länger dauert, macht uns der kalte Wind zu schaffen und wir sind froh, als das Signal zum Weiterwandern ertönt.
Unser letzter Stop ist an der Holländermühle "Gott mit uns" am Ortseingang von Eddelak. Nach einer individuellen Besichtigung der Mühle erzählt uns der jetzige Mühlenbesitzer, Herr Haalck, Interessantes über die Geschichte der Mühle und deren Aufgaben.
Nun ist es schon dämmrig und nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Ziel: "Suhr´s Hotel".
Die Zeit bis zum Essen wird durch Jürgen Drews geschickt überbrückt, da er schnell alle digitalen Fotos auf den Rechner überträgt und wir uns bald an einer Dia-Schau erfreuen können.
Auch werden die Vorbereitungen für die Wahl des neuen "Grünkohlkönigs" getroffen. Mehrere nicht ganz zufällig Ausgewählte – darunter als einzige Frau Sabine Wiebe – müssen sich wiegen lassen. Nach dem Essen wird die Prozedur wiederholt, um festzustellen, wer am meisten essen konnte und somit als Werners würdiger Nachfolger zum König gekührt wird.
Nach dem kräftigen und reichhaltigen Essen tobt der Saal , als Werner Haack als alter König seine Rede hält und schließlich Manfred Rohwer als "Manfred der 1." als neuer Grünkohl-König auf die Bühne tritt mit den offiziellen Insignien Mantel, Krone und Stander. Sein Kommentar: "Eigentlich habe ich immer Probleme mit meinem Gewicht. Dass mir meine Lust am Essen mal etwas nützen würde und ich sogar König werden würde, hätte ich nicht gedacht."
Der Ausklang der Veranstaltung im Hotel Suhr war noch recht gemütlich und feuchtfröhlich.
Auch die Heimfahrt war dann gut organisiert. Es war ein Shuttle-Dienst mit dem Minibus nach Brunsbüttel eingerichtet, der pausenlos hin- und herfuhr. Einige hatten vom Wandern noch nicht genug und liefen mit uns mit strammem Tempo (immerhin nochmal 90 Minuten) zu Fuß zurück. Zuhause angekommen waren wir uns alle einig:
Es war eine gelungene Veranstaltung! Vielen Dank den Organisatoren Elke und Werner Haack sowie ihren Helfern!
Im nächsten Jahr sind wir mit Sicherheit wieder dabei.
Ingeborg Pösch